12. Februar 2026

Melaninkanarien

Alle Melaninkanarien besitzen eine deutliche Melaninfärbung, die in Zeichnungs- und Flächenmelanin unterscheidbar ist. Melaninvögel besitzen keinerlei Aufhellungen (melaninlose Zonen), wie z. B. eine melaninfreie Kehle. Das Zeichnungsmelanin färbt die Streifen oder Striche auf der Körperoberseite und den Körperseiten sowie die Schwung- und Schwanzfedern. Zwischen den Streifen bzw. Strichen lagert sich das hellere Flächenmelanin ab. Das Zeichnungsmelanin hebt sich dann bei den meisten Farbschlägen vom Flächenmelanin ab.

Melaninkanarien können weiß-, gelb- oder rotgrundig sein. Bei weißgrundigen Melaninkanarien – und bei Melaninmosaiken außerhalb der fünf Lipochromfarbzonen – ist das Flächenmelanin als Grundfarbe deutlich sichtbar. Der Kontrast zwischen Zeichnung und Grundfarbe tritt deutlicher hervor. Bei gelb- und rotgrundigen Melaninvögeln geht das jeweilige Lipochrom mit dem Flächenmelanin eine farbliche Mischung ein! Somit entsteht eine neue Grundfarbe zwischen den Streifen bzw. Strichen mit verändertem Kontrast zum Zeichnungsmelanin.

Wie die aufgehellten Kanarien haben auch die Melaninkanarien eine Federtextur in intensiv oder in nichtintensiv oder in Mosaik. An die Melaninmosaiken werden hinsichtlich der Ausdehnung und Färbung der Mosaikareale dieselben Anforderungen wie bei den Aufgehellten gestellt.

Die Melaninkanarien werden meist in zwei Gruppen eingeteilt: die klassischen Melaninkanarien und die nichtklassischen Melaninkanarien

Klassische Melaninkanarien

Klassische Schwarzvögel

Die klassischen Schwarzvögel wurden aus den wildfarbigen Kanarien selektiert. Das braune Melanin konnte selektiv zurückgedrängt werden und/oder wird durch eine Mutation (optischer Blaufaktor auch „Azul“) nicht zur Entwicklung gebracht.

Bei den klassischen Schwarzvögeln ist das Zeichnungsmelanin in der Federmitte und auf der gesamten Länge der Feder gelagert und soll eine tiefschwarze Farbe aufweisen. Die so entstehenden, durchgehenden, breiten Streifen sollen sich bei weißgrundigen Vögeln vom anthrazitgrauen und braunfreien Flächenmelanin deutlich abheben. Das Untergefieder, die Federkiele und die Augen sind schwarz. Auch die Hornteile (Schnabel, Läufe, Zehen, Krallen) sollen so schwarz wie möglich sein.

Schwarz Gelb intensiv
All Black weißgrundig

Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Zeichnungsmelanin, die Streifen, immer breiter und demzufolge der Anteil der dazwischen liegenden Grundfarbe immer geringer. Heute existieren bereits Schwarzvögel, deren Zeichnung so breit ist, dass das Flächenmelanin kaum noch erkennbar ist. Diese Vögel werden „All Black“ genannt. Der Weg zu einem vollständig schwarzen Kanarienvogel ist nicht mehr allzu weit.

Klassische Braunvögel

Braun Rotmosaik Typ 2

Eine der ersten bekannten Farbmutationen der Kanarien sind die braunen Vögel. Aufgrund des warmen braunen Farbtones wurden sie früher als Zimt-Kanarien (oder englisch: Cinnamon) bezeichnet. Ursache ist eine Mutation, die die Entwicklung schwarzer Melanine nicht zulässt.

Die Melaninzeichnung entspricht in allen Punkten die der Schwarzvögel, nur eben in Braun. In der Vergangenheit wurden braune Kanarien bevorzugt, die eine mittelbraune warme Federfärbung hatten. Heute ist das Braun zu einem Schwarzbraun selektiert worden, so dass es manchmal schwerfällt, sie von Schwarzvögeln zu unterscheiden, die noch etwas Braun im Gefieder haben.

Klassische Achat- und Isabellvögel

Durch eine Mutation wird das Melanin heller. Die Farbe wirkt wie „verdünnt“, so dass diese Vögel auch als verdünnte Schwarz- bzw. verdünnte Braunvögel bezeichnet werden.

Mit der Melaninaufhellung geht auch eine reduzierte Zeichnung einher. Die breiten Streifen der klassischen Schwarz- bzw. Braunvögel werden schmaler und das Melanin wird nicht auf der gesamten Federlänge eingelagert. Statt breite Streifen entstehen so einzelne schmale Striche, die deutlich unterbrochen sind.

Diese Mutation trat zuerst bei Schwarzvögeln auf. Die Mutationsvögel hatten graues, statt schwarzes Melanin. In Verbindung mit dem hellgrauen Flächenmelanin erinnerte die Zeichnung an den Halbedelstein Achat. Die Kanarien mit dieser Mutation erhielten deshalb auch die Bezeichnung „Achat“.

Nach einigen Zuchtversuchen gelang es die Melaninverdünnung der Schwarzvögel auf die braunen Kanarien zu übertragen. Die Mutation hat dort die gleiche Wirkung – das braune Melanin wird zu einem beigen Farbton „verdünnt“ und die Zeichnung wird reduziert. Diese verdünnt braunen Vögel wurden deshalb „Isabell“ genannt.

Achat Rot intensiv
Isabell Gelb nichtintensiv

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